Kunst ist, wenn man´s trotzdem macht

Aufführungen, mit viel Mühe einstudiert und mit Hingabe inszeniert, fanden vor leeren Sälen statt, Vorträge und das Konzert des Musikabschlusses mussten auf die Begeisterung und den Applaus eines Publikums verzichten.
Doch wenn auch „im Verborgenen“, hat dies alles stattgefunden, und zwar nicht leise und halbherzig, sondern wie immer mit großem Einsatz, Engagement und Leidenschaft!

Schon im Herbst letzten Jahres studierte unsere 12. Klasse ihr Klassenspiel gemeinsam mit Ihrem Klassenbetreuer Herrn Christophersen ein und brachte es zur Aufführung. Das von ihnen gewählte Stück „Der Revisor“ von Nikolai Gogol konnte zur der Zeit noch unter Einhaltung der „Kohortenregelung“ vor Schülern aufgeführt werden. Die Vorstellung der Jahresarbeiten jedoch musste ohne Publikum stattfinden. Es wurden aber sowohl von der Theateraufführung als auch von der Präsentation Aufzeichnungen gemacht, die den Eltern für einen kurzen Zeitraum online zur Verfügung gestellt wurden.

Für den Eurythmieabschluss hatte sich die 12. Klasse das Stück „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll ausgesucht, ein Stück, dass den Zuschauer gemeinsam mit der kleinen Protagonistin in eine bizarre Traumwelt mit wundersamen Tieren und Gestalten eintauchen lässt. Doch leider galt auch hier: keine Aufführung vor Publikum! Dennoch haben die Schüler unter der Leitung von Frau Bodenstein und Herrn Frenzel das Stück zweimal mit sichtbarem Vergnügen in ihren kuriosen Rollen aufgeführt und das Projekt wurde trotz aller coronabedingten Widrigkeiten zu einem gemeinsamen unvergesslichen Erlebnis. Wie schade für die unteren Klassen, die an diesem bunten Reigen von verrückten Gesellschaften mit ihren Masken und ausgefallenen Kostümen sicherlich große Freude gehabt hätten. Auch diese Aufführung wurde jedoch aufgezeichnet.

Auch die Vorbereitung des Musikabschlusses wurde von den jeweils geltenden Corona-Verordnungen stark beeinträchtigt. Die Schüler*innen hatten einen Abstand von 2,5 Metern einzuhalten und sich schüchtern und leise mit seinem Gesang zu beteiligen, war für keine/n Schüler/in eine Option. Immerhin musste die Stimme deutlich durch die Mund-Nasen-Bedeckung in den Raum gelangen! Trotz allem ließen sich alle bereitwillig auf das Projekt ein und Frau Droste-Petermeier konnte sich über die durchgehend sehr positive Arbeitsatmosphäre freuen, die dazu beitrug, dass ein hörenswertes Programm erarbeitet werden konnte. Leider musste auch das Konzert ohne Publikum stattfinden, wurde aber aufgezeichnet.

Die Halbjahresarbeiten unserer 8. Klasse wurden ja bereits zum Teil wöchentlich im Kaleidoskop vorgestellt, damit die Schulgemeinschaft daran teilhaben konnte. Doch in der letzten Woche haben wir zum ersten Mal in dem ganzen „Corona-hin-und-her“ erleben können, dass neue Verordnungen unseren Vorhaben auch entgegenkommen können! So konnte zur Freude der Schüler*innen und ihrer Eltern wie auch für Frau Bader die Präsentation doch noch stattfinden. Es wurde eine schöne, runde Veranstaltung daraus.

Ein wunderbares altes Chalet mitten in der Toskana… davon konnten die Schüler unserer jetzigen 12. Klasse nur träumen. Das alte Haus in Italien war seit Jahren „festes Domizil“ für unsere Schüler auf Kunstreise. Nun, in der Zeit der Pandemie, war diese Reise ins Ausland leider nicht möglich.
Doch Kunst ist… wenn man´s trotzdem macht! Und so haben unsere Kunstlehrer Herr Frenzel und Herr Böckmann einen wunderbaren Ort nahe Eutin in der Holsteinischen Schweiz für die Kunstreise gewählt: den „Hof am Wege“ in Liensfeld (hofamwege.de – bitte gern mal googeln und entzückt sein!) Nach der großen Enttäuschung zunächst mit Skepsis aufgenommen, sorgte der ehemalige Bauernhof dann für großes Erstaunen: Von kunstliebenden Menschen ausgestattet, die einzelnen Zimmer themenbezogen eingerichtet, bot dieses Ambiente den idealen Hintergrund für künstlerisches Schaffen. Vielfältige Kunstprojekte wurden realisiert, überall wurde gepinselt, gehämmert, modelliert, gedacht und auch sehr viel gelacht! Nach all den coronabedingten Einschränkungen konnten sich die Schüler*innen endlich wieder frei und zwanglos begegnen, und die nahe gelegene Ostsee sorgte für Erholung und ein entspanntes Beieinandersein. Und das alles bei strahlendem Sonnenschein. Mehr hätte Italien auch nicht bieten können!

Auch das Sozialpraktikum konnte stattfinden. Bis kurz vorher saßen alle „auf heißen Kohlen“ und warteten auf die Genehmigung, dass dieses Praktikum in der Zeit der Pandemie unter entsprechenden Bedingungen durchgeführt werden kann.
17 Schüler*innen unserer 11. Klasse befinden sich zurzeit wie schon seit Jahren üblich auf „ihrem“ Campingplatz in Hannover. Dort unterhält unsere Schule langfristige Beziehungen zu ausgesuchten Einrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegeheimen, heilpädagogischen Tagesstätten, integrierten Kindergärten, in denen unsere Schüler*innen für die Zeit von drei Wochen arbeiten. Sie gehen vom Campingplatz aus, meistens zu zweit, morgens in ihre Einrichtungen und kehren später am Tag zurück, um dann die Zeit in der Klassengemeinschaft zu verbringen.
An unserer Schule ist es bereits „Tradition“, dass die Schüler*innen hierfür auf einen bestimmten Campingplatz nach Hannover fahren. Begleitet werden sie in diesem Jahr von Frau Droste-Petermeier, die das Praktikum schon seit einigen Jahren betreut, und unserem Hausmeister Matthias Kock, der mit seiner pädagogischen Ausbildung und langjährigen Erfahrung in einem pädagogischen Beruf gemeinsam mit Frau Droste-Petermeier die ideale „Doppelspitze“ bildet.

Auch im täglichen Unterricht hat sich gezeigt, dass sich durch die Fantasie, Flexibilität und Einsatzfreude unserer Lehrerinnen und Lehrer auch unter den häufig sehr anspruchsvollen Bedingungen der Pandemie sinnvoller, guter Unterricht gestalten ließ. Hoffen wir, dass wir nach den Sommerferien so weitermachen können, wie es jetzt schon der Fall ist.