Kein Platz für Ideologen!

Waldorfschulen vertreten eine klare Haltung: „Kein Platz für Ideologen!“

16.11.2022 Pressemitteilung

Berlin, 16. November 2022 (NA): Ob Impfgegner oder Corona-Leugner, Reichsbürger oder Identitäre, völkische Siedler oder neurechte Ideologien: Auch in Waldorfschulen finden sich Vertreter der Problemgruppen unserer Gesellschaft, wie in anderen Schulen auch. Jedoch stehen die Waldorfschulen als Marke insbesondere seit der Corona-Pandemie unter besonderer Beobachtung. Auf einer Tagung in Leipzig setzten sich Waldorfschul-Delegierte deshalb dafür ein: „Wir zeigen klare Kante!“

„In Waldorfschulen haben Reichsbürger, Neue Rechte oder Anhänger von Verschwörungsideologien nichts zu suchen“, sagt Nele Auschra. Die Sprecherin des Bundes der Freien Waldorfschulen (BdFWS) fasst das Ergebnis der jüngsten Leipziger Tagung der Waldorfschulen mit dem Satz zusammen: „Wir zeigen klare Kante!“

Klare Kante zeigen

Der Hintergrund: In den letzten Jahren sind einige wenige Waldorfschulen zur Zielscheibe von diskriminierenden Angriffen geworden. Durch ihre vielfältige Pädagogik, die Eltern-Lehrer-Trägerschaft und den Ansatz der demokratischen Teilhabe scheinen sie besondere Anknüpfungspunkte für manche Rechte zu bieten. Menschen, die solche Ideologien vertreten, starten meist anonym und unerkannt Okkupationsversuche und bieten den Gegnern der gesamten Waldorfpädagogik Angriffspunkte.

„Wir haben in einigen wenigen Fällen feststellen müssen, dass Vertreter rechter oder diskriminierender Ideologien versuchen, sich Macht- und Mehrheitspositionen in Waldorf-Schulgemeinschaften zu erarbeiten“, erläutert Nele Auschra, Vorstandsmitglied und Sprecherin des BdFWS. Deshalb will sie Lehrkräfte und Eltern darauf aufmerksam machen, welche Strategien diese Menschen verfolgen. Und zugleich deutlich machen, wie man sich dagegen wehren kann. Dabei stellt Auschra klar: „Mit diesen Herausforderungen sehen sich nicht nur Waldorfschulen konfrontiert! Es ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, weshalb auch wir in allen 253 Waldorfschulen aufmerksam sein müssen“, fordert Auschra.

Unser Konsens: Für eine freie und gerechte Welt

„Waldorfschulen stehen seit ihrer Gründung vor über hundert Jahren weltweit für eine freie, gerechte und demokratische Gesellschaft“, stellt Auschra fest. „Diese Werte zu verteidigen, erfordert Wachheit und klare Haltung.“

Mit der Stuttgarter Erklärung bringen Waldorfschulen seit 2007 zum Ausdruck, dass sie zusammen mit ihrem Dachverband BdFWS eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Rassenhass, Diskriminierung und jeder Form von Ideologie verfolgen. Nun gibt es einen sehenswerten vierminütigen Film, der zeigt, wie Ideologen versuchen, Schulen in freier Trägerschaft in ihre politische Richtung zu lenken.

Die Zeitschrift Erziehungskunst, herausgegeben vom BdFWS, hat sich in ihrer Novemberausgabe unter der Überschrift „Klare Kante gegen rechts“ dieser Thematik gewidmet. Ende Januar 2023 wird die Arbeit in einer Tagung fortgesetzt. „Für uns ist das eine Bestätigung, dass wir auf dieser Basis wachsam bleiben und weiter daran arbeiten, unseren Beitrag zu einer gerechten, demokratischen Gesellschaft ohne Rassismus und Diskriminierung zu leisten“, so Auschra

Weitere Informationen, z.B. zur Stuttgarter Erklärung und zum Video „Klare Kante“ unter waldorfschule.de/ueber-uns/schulen-gegen-politischen-extremismus

Bund der Freien Waldorfschulen e.V.
Die derzeit 253 deutschen Waldorfschulen haben sich zum Bund der Freien Waldorfschulen e.V. (BdFWS) mit Sitz in Stuttgart zusammengeschlossen, wo 1919 die erste Waldorfschule eröffnet wurde. In Deutschland besuchen 90.500 Schüler:innen eine Waldorfschule. Siehe auch waldorfschule.de.

Kontakt: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bund der Freien Waldorfschulen e.V., pr@waldorfschule.de.